Halbzeitbilanz 2024: Rückblick und Ausblick

Am 14. Juni ist es so weit: Die Fußball-EM startet in Deutschland und Millionen Zuschauer/-innen blicken dem sportlichen Großereignis mit freudiger Erwartung entgegen. Dabei gibt es einige Parallelen zwischen dem Aufbau eines Fußballspiels und der Arbeit innerhalb der GVK. Analog zur Halbzeitpause im Fußball zieht die fünfte Ausgabe des ARD-Gremiennewsletters Bilanz und wirft einen Ausblick auf eine vielversprechende zweite Jahreshälfte. Denn bereits jetzt zeigt sich: im Rückblick auf das bisher Geleistete kann man sich bestmöglich auf die zweite Spielhälfte einstellen.

Nachdem bereits eine ARD-weit gültige Qualitätsrichtlinie in Kraft getreten ist sowie eine Rahmenrichtlinie für die Compliance der Gremienmitglieder, steht jetzt die Erarbeitung eines anstalts- und organisationsübergreifenden Public Corporate Governance Kodex im Mittelpunkt. Noch bis Oktober 2024 wird ein erster Entwurf intern mit allen Rundfunk- und Verwaltungsräten und Kommissionen der ARD beraten und weiterentwickelt, bevor er einer externen Sachverständigenkommission zur Bewertung übergeben wird. Die ARD ist mit der Erarbeitung eines solchen Kodex für die Rundfunkanstalten in Deutschland Vorreiter. Sie forciert auch an dieser Stelle aus eigenem Antrieb grundlegende Reformbemühungen und hinterfragt bislang gelebte Governance-Strukturen.

Wie sich die Arbeit der Aufsichtsgremien seit der Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entwickelt hat, analysiert Jürgen Betz, Mitglied der Historischen Kommission der ARD, in seinem Gastbeitrag: von der ursprünglichen Zielsetzung der Gremien seit der Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach dem 2. Weltkrieg über ihre aktuellen Aufgaben bis hin zu den nötigen Voraussetzungen für eine gelungene Erfüllung ihres Auftrags in der Zukunft.

Wie im Sport gilt: Wer rastet, der rostet. Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die GVK wird deshalb im Herbst die ersten Web-Based-Trainings (WBTs) für Rundfunk- und Verwaltungsräte anbieten. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei den Gremienvorsitzenden, die Aufbereitung der Lerninhalte wird von kompetenten Mitgliedern aus den Gremien begleitet, der technische Dienstleister ist die ARD.ZDF-Medienakademie. Die Testphase der Trainings ist für den Spätsommer vorgesehen. Elisabeth Alber, Referentin der GVK, gibt in ihrem Beitrag Einblicke in den Entwicklungsprozess der beiden Trainings und stellt die Zielsetzung der Fortbildungen vor.

Von Kommunikation und Teamgeist lebt auch eine AG der Gremienvorsitzenden, sie sich noch intensiver mit der Zukunft der ARD befasst. Sie hat sich im April in der GVK-Sitzung in Leipzig formiert. Zusammengetragen werden sollen im gemeinsamen Austausch Impulse für eine noch effizientere Aufsicht und Strategiefähigkeit auf Ebene der ARD-Gemeinschaft.

Hinter dem erfolgreichen Zusammenspiel aller Teammitglieder steht immer eine starke Teamaufstellung mit unterschiedlichen Erfahrungsschätzen: In diesem Sinne freuen wir uns auch, einige neue Mitglieder in den Reihen der GVK mit einem Beitrag vorstellen zu dürfen: Michael Ziche (Vorsitzender MDR-Rundfunkrat), Gabriele Hammelrath (Vorsitzende ARD-Programmbeirat) und Katrin Hatzinger (Vorsitzende Hörfunkrat Deutschlandradio) teilen ihre Vision zu verschiedenen GVK-Themen. Einblicke in die Umsetzung von Projekten auf regionaler Ebene kommen zudem aus dem Bayerischen Rundfunk und dem Saarländischen Rundfunk.

Wie auch im Sport kommt es letztendlich auf das gemeinsam erzielte Ergebnis an. Das Schaufenster, in dem die Programmleistungen der ARD jederzeit abrufbar sind, ist die ARD Mediathek. Sie bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Genres und ist seit Kurzem barrierefrei rezipierbar. Was das konkret für das bereitgestellte Angebot bedeutet, erklärt Thomas Laufersweiler, Leiter der ARD Onlinekoordination, in seinem Gastbeitrag. Die aktuelle Newsletter-Ausgabe empfiehlt wie jedes Mal eine besonders sehenswerte Serie in der ARD-Mediathek und beleuchtet diesmal auch, was hinter dem Hype um die Serie "Oderbruch" steckt.

Insgesamt zeigt sich: Die Gremien sind vielversprechend aufgestellt, um den Herausforderungen in der zweiten Halbzeit des Jahres 2024 mit dem nötigen Elan und ihrer ausgewiesenen Erfahrung entgegenzutreten.

Dr. Engelbert Günster (Bild: SWR /Patricia Neligan)

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Dr. Engelbert Günster Vorsitzender
ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK)

5.6.2024