3 Fragen an...

Prof. Dr. Karsten Rudolph, Historiker und ehem. Mitglied WDR-RR bzw. -VR

1. Welche Chancen sehen Sie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der aktuellen medienpolitischen Diskussion?

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss sich erst einmal aktiv in die medienpolitische Debatte einschalten, um seine Chancen nutzen zu können. Die zwei Kernbotschaften müssen sein:
(1) Wir sorgen maßgeblich für eine funktionierende mediale Infrastruktur der demokratischen Gesellschaft.
(2) Wer die demokratische Gesellschaft stärken will, muss diese Infrastruktur erneuern.

2. Was ist aus Ihrer Sicht nötig, damit der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft gut arbeiten kann?

Der ÖRR hat ein Steuerungsproblem, das nur das Bundesverfassungsgericht lösen kann. Die Medienpolitik sollte sich auf die Regulierung der großen Plattformen konzentrieren, statt ihr Heil in kleinteiligen Bestimmungen von Gesetzen und Staatsverträgen zu suchen. Der ÖRR muss in einem nachprüfbaren und öffentlich nachvollziehbaren Prozess seine strategischen Ziele darlegen und begründen, worin sein Nutzen für die Allgemeinheit liegt.

3. Wie kann man als Gremienmitglied einen Beitrag dazu leisten?

Die Gremien müssen sich Freiraum für die Behandlung der großen Herausforderungen schaffen. Sie sollten dazu auch externen Sachverstand mobilisieren und sich darüber regelmäßig in einer Hauptversammlung aller Gremienmitglieder der ARD-Anstalten austauschen, die von der GVK eingeladen wird

17.9.2025